Silber im Doppelpack

Gleich zwei Mal sicherten sich mit Monika Sozanska und Jörg Fiedler zwei FC-L-Fechter bei den Deutschen Meisterschaften am vergangenen Wochenende Silber bei ihrer Heim-DM. Die Ergebnisse hätten dennoch unterschiedlicher nicht entstehen können.

Leipzig war am vergangenen Wochenende nach 2013 zum zweiten Mal Gastgeber der Deutschen Meisterschaften im Degenfechten. Mit Monika Sozanska und Jörg Fiedler hatte der Fechtclub Leipzig gleich zwei heiße Eisen im Feuer.

Bereits sechs Mal stand Nationalmannschaftsfechterin Monika Sozanska bei einer DM auf einem Podestplatz, Zeit also, den Titel zu erobern. Doch den endgültigen Triumph verhinderte im Finale ausgerechnet ihre langjährige Nationalmannschaftskollegin Imke Duplitzer vom benachbarten Fechtcentrum-Halle.

Bis zum Finale, in dem sich beide gegenüberstanden, lief für Monika alles nach Plan. Ihre Gefechte im Direktausscheid meisterte sie souverän, stand damit erwartungsgemäß in der Finalrunde der DM. Dort blieb zunächst die Heidenheimerin Anja Schünke echte Chance, unterlag im Viertelfinale 6:15 gegen die Leipzigerin. Im folgenden Halbfinale musste sich dann die Heidelbergerin Maria Hugas Mallorqui der Mannschafts-Vizeweltmeisterin des Jahres 2010 mit 11:15 geschlagen geben.

Das Finale gegen  Imke Duplitzer wurde dann zum Krimi. Beide agierten zunächst passiv, warteten auf den ersten Angriff ihres Gegenübers. Grund für den Kampfrichter, zwei Mal das Gefecht zu unterbrechen und in das jeweils nächste Drittel überzugehen. Imke Duplitzer setzte dann die ersten Treffer, vermochte es anschließend geschickt, ihre Führung zu verteidigen. Diese gab sie bis zum Ende nicht mehr ab, siegte schlussendlich mit 11:5 gegen die Lokalmatadorin.

Monika hat bis zum Ende gekämpft“, bescheinigt ihr Landestrainer Wernfried Frommolt. „Doch am Ende hat es nicht gereicht. Aufgrund ihrer eher passiven Fechtweise ist es für sie natürlich schwerer, aus einem Rückstand wieder herauszukommen. Ihrer Gegnerin hat das hier zu nutzen gewusst, zu mal sich beide seit vielen Jahren kennen“, ergänzt er.

Für Jörg Fiedler sah in Leipzig zunächst alles nach einem Titelgewinn aus. Der Degen- Routinier, vor zwei Jahren an gleicher Stelle Zweiter, präsentierte sich in starker Verfassung vor eigenem Publikum. Doch dann kam alles ganz anders. Fiedler, der souverän seine Aufgaben bis in das Tableau der letzten Acht meisterte, erhielt im Halbfinale einen Treffer auf das rechte Schienbein, das in kürzester Zeit anschwoll. Fiedler beendete zwar noch diesen Kampf, verzichtete aber danach, auch auf ärztliches Anraten, auf das Gefecht gegen seinen „Kumpel“ Constantin Böhm. „Mit Blick auf den bevorstehenden Grand-Prix in einer Woche in Rio de Janeiro haben wir entschieden, keinerlei Risiko einzugehen“, begründet der sympathische Sachse sein Handeln.

Es war sicher besser, dass er auf das finale Gefecht verzichtet hat, um sich keine schwerwiegendere und langwierige Verletzung einzuhandeln“, meint auch Wernfried Frommolt. „Für ihn hat Priorität, dass er die Olympia-Qualifikation für Rio schafft. In knapp einer Woche geht es genau dort um wichtige Punkte beim Grand-Prix. Und da muss er wieder fit sein“, so Frommolt weiter.

In der Team-Entscheidung des zweiten Tages zogen sich die Leipzigerinnen dann mit dem siebten Platz beachtlich aus der Affäre, mussten sich erst im Viertelfinale den späteren Gesamt-Dritten aus Tauberbischofsheim geschlagen geben. Monika Sozanska, Annett Crustewitz, Paula Kroll und Djamila Crustewitz entledigten sich zunächst ihrer Gegner in der Vorrunde mit fehlerfreien Gefechten. Auch der OFC Bonn konnte das Quartett nicht aufhalten, verlor am Ende mit 36:45. Gegen die an Nummer 2 gesetzten Tauberbischofsheimerinnen waren die vier dann in der Runde der letzten acht bis zum letzten Treffer ganz nah dran, konnten die Niederlage dennoch nicht verhindern.

Alle haben gekämpft, aber leider hat es nicht geklappt“, resümiert Wernfried Frommolt. „Monika hat die Truppe gut geführt, im Schlussgefecht alles probiert, um noch zum Ausgleich zu kommen. Das hat uns und dem anwesenden Publikum sehr gefallen. Der siebte Rang geht daher auf jeden Fall in Ordnung“, sagt er weiter.

Für die Degen-Herren der FC Leipzig wurde es am Ende Position 16. Achtelfinal-Kontrahent Bayer Leverkusen war doch eine Nummer zu groß, setzte sich mit 45:23 gegen Rudolf Haller, Peter Meyer, Lukas Nöller und Jacob Schwarz durch.

Die Mannschaftstitel gingen am Sonntagnachmittag an den WMTV Solingen bei den Damen und den FC Offenbach bei den Herren.

Die Platzierungen:

Damendegen:
1. Imke Duplitzer (TSG Halle-Neustadt)
2. Monika Sozanska (FC Leipzig)
3. Maria Hugas Mallorqui (Heidelberger FC/ TSG Rohrbach)
3. Alexandra Ehler (Heidenheimer SB)
5. Alexandra Ndolo (TSV Bayer Leverkusen)
6. Anja Schünke (Heidenheimer SB)
7. Janna Reimer (WMTV Solingen)
8. Lea Meyer (Heidenheimer SB)
54. Paula Kroll (FC Leipzig)
59. Annett Crustewitz (FC Leipzig)

Herrendegen:
1. Constantin Böhm (Heidenheimer SB
2. Jörg Fiedler (FC Leipzig)
3. Christoph Kneip (TSV Bayer Leverkusen)
3. Raphael Steinberger (WMTV Solingen)
5. Stephan Rein (Heidenheimer SB)
6. Fabian Herzberg (TSV Bayer Leverkusen)
7. Lukas Bellmann (TSV Bayer Leverkusen)
8. Moritz-Arnim Weitbrecht (UFC Frankfurt)
22. Rudolf Haller (FC Leipzig)
71. Peter Meyer (FC Leipzig)

Damendegen-Team:
1. WMTV Solingen
2. Heidenheimer SB
3. FC Tauberbischofsheim
4. SC Berlin
5. TSV Bayer Leverkusen
6. FC Offenbach
7. FC Leipzig
8. Heidelberger FC/TSG Rohrbach

Herrendegen – Team:
1. FC Offenbach
2. OSC Potsdam
3. FC Tauberbischofsheim
4. TSV Bayer Leverkusen
5. Heidelberger FC/TSG Rohrbach
6. Heidenheimer SB
7. SV Waldkirch
8. TSG Friesenheim
16. FC Leipzig

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